Immer das Ohr auf der Straße

„Mir ist am allerwichtigsten, dass ich das Ohr auf der Straße habe.“ Dieser Satz von Rajko Kravanja aus seiner Nomnierungsrede ist der meistzitierte in den letzten Tagen. Immer wieder greift die Presse ihn auf. Doch was meinte der SPD-Bürgermeisterkandidat damit eigentlich. Wir haben ihn gefragt:

Rajko Kravanja: „Ich kann nur Politik machen, weil ich fest in dieser Stadt und bei den Bürger verankert bin. Ich habe in den letzten Jahren mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gesprochen, mit vielen Vereinen und Verbänden am Tisch gesessen. Ich muss wissen, was sie denken. Was ihre Probleme sind. Welche Kritik sie auch haben.“

Rajko Kravanja und Sabine Seibel liegen fotografierend auf der Straße

Voller Körpereinsatz: Für das Foto zur Formulierung hatte Rajko Kravanja nicht nur das Ohr, sondern gleich auch noch die komplette Fotografin Sabine Seibel auf der Straße.

Gilt das nur für den Kandidaten Rajko Kravanja, oder auch, wenn Sie im September 2015 wirklich zum Bürgermeister gewählt werden sollten?

RK: „Das gilt natürlich ganz unabhängig von meiner Aufgabe. Das ist meine Grundeinstellung: Nur, wenn ich die Bedürfnisse und Anliegen der Castrop-Rauxeler kenne, kann ich diese entsprechend mit Verwaltung für alle Bürgerinnen und Bürger umsetzen.“

Wie wichtig sind die Gespräche und das Engagement – auch das kritische – der Vereine?

RK: „Wenn die Stadt zusammenhält, bleibt Castrop-Rauxel auch weiterhin ein liebens- und lebenswerter Ort. Aber nur dann. Die Vereine und Verbände und das ehrenamtliche Engagement von Einzelnen sind der soziale Kitt in unserer Stadt. Und den will ich nach Kräften fördern und erhalten.“

Gibt es Beispiele für erfolgreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an wichtigen Entscheidungen?

RK: „Ich denke da zuerst an die Gründung der Stadtwerke. Das war ein Prozess, den ich drei Jahre lang maßgeblich vorangetrieben, mit vorbereitet und begleitet habe. Da haben wir die Bevölkerung in Veranstaltungen mitgenommen, die anderen Ratsfraktionen immer wieder über unseren parteiinternen Diskussionsstand informiert, haben geworben und Fachleute eingeladen. Haben auf mehreren öffentlichen Parteitagen darüber diskutiert und abgestimmt. Das war ein mustergültiger Prozess für Transparenz und Bürgerbeteiligung. Und inzwischen haben die Stadtwerke mehr als 1000 Kundinnen und Kunden.“

Was heißt denn für Sie eigentlich „Bürgerbeteiligung“?

RK: „Heute definiert man Bürgerbeteiligung so, dass Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden können. Doch das Wort ‚mitentscheiden‘ hat es in sich. Hier setzt mein Verständnis von Bürgerbeteiligung an. Zum einen müssen wir klar und deutlich vor Beginn eines Prozesses deutlich machen, wie wir uns als Rat und Verwaltung im jeweiligen Thema Transparenz und Bürgerbeteiligung vorstellen. Hier kann es von Bürgerinformation bis zum formalen Bürgerentscheid alles geben. Je nach Thema. Mit allen Beteiligten aus Rat, Verwaltung und Bürgerschaft möchte ich vereinbaren, welche grundsätzlichen Bausteine der Bürgerbeteiligung es in Zukunft geben soll. Wir von der SPD haben immer wieder gezeigt, dass Umfragen, Workshops, Fachgespräche und anderes die Akzeptanz fördern können. Ich möchte die Bürgerbeteiligung in politischen Prozessen breiter aufstellen und mit der Verwaltung umsetzen.“

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