Das aktuelle Interview

Rajko Kravanja im Gespräch. Der Bürgermeisterkandidat der SPD in Castrop-Rauxel nimmt Stellung zu den aktuellen Fragen der Stadt.

Fangen wir mit einem Dauerbrenner an: Wie geht es weiter am Marktplatz in der Altstadt?

Bevor ich in die Zukunft schaue, will ich doch einen kurzen Blick zurückwerfen: Nachdem CDU und FWI mehrfach und wiederholt behauptet haben, dass eine Sanierung im Bestand doch die einfachste umzusetzende Möglichkeit sei, war dann nach der Wahl aus diesem heißen aufgeblasenen Thema ein sachliches geworden.

Wieso?

Die drei Parteien mussten anerkennen, dass eine Sanierung im Bestand so leider nicht umzusetzen ist.

Mit welchen Konsequenzen?

Nach dieser Grundsatzentscheidung wurde von Seiten der Verwaltung auf Beschluss der SPD und der Koalition eine breite Bürgerbeteiligung umgesetzt. In vier Workshops wurden der Oberflächenbelag, die Baumarten, die Randgestaltung usw. von den Bürgern direkt entschieden.

Und wie wird das jetzt umgesetzt?

Wir werden nun im Stadtrat darauf achten, dass diese Bürgerergebnisse auch umgesetzt werden. Die Umgestaltung wird in diesem Jahr auf der Seite der Sparkasse mit Kanalsanierungsmaßnahmen beginnen. Im nächsten Jahr wird dann der gesamte Marktplatz neugestaltet. Wichtig ist dabei, dass wir nach Möglichkeit immer auch einen Zugang zum Marktplatz erhalten, so dass sowohl Geschäftsleute als auch die Kunden ihren Weg in die Innenstadt finden. Zudem sollen regelmäßige Baustellengespräche allen Beteiligten die Möglichkeiten bieten, auch während des Umbaus immer wieder konstruktiv den Prozess begleiten.

Es hat lange gedauert, bis die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen in die Gestaltung des Marktplatzes einbezogen wurden. Was haben Sie daraus für die Zukunft gelernt?

Ich glaube, dass die Verwaltung schneller und nachhaltiger die Grundsatzfragen nach einer Sanierbarkeit hätte beantworten müssen. So wurde immer wieder über eine Sanierung im Bestand diskutiert, obwohl am Ende eine Umgestaltung der einzig richtige und bezahlbare Weg war.

Danach war Bürgerbeteiligung auch ohne Probleme möglich. Auch wenn relativ wenige Bürgerinnen und Bürger den Weg in die Workshops gefunden haben, so kann der Schluss daraus nicht sein, dass wir keine Beteiligung mehr machen.

Sie wollen als Bürgermeister also die Bürgerinnen und Bürger öfter einbeziehen?

Mein Credo als Bürgermeister wird sein, dass wir mehr für Bürgerbeteiligung werben, dass wir andere Formen ausprobieren und mehr Menschen aktivieren. Gerade immer komplexer werdende Entscheidung verlangen nach immer größerer Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Einige Bürger – und viel aufgeregte Presse – fordern gerade: „Weg mit der Baumschutzsatzung!“. Sind Bäume wirklich wichtiger als Menschen?

Wir haben im Bereich der Baumschutzsatzung zwei grundlegende Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen: Zum einen wollen die Menschen das Grün in unserer Stadt erhalten und schützen. Zum anderen dürfen aber auch das Leben zuhause, der Lichteinfall, also das Lebensgefühl nicht darunter leiden.

Daher wollen wir eine Satzung, die die Bäume erhält, aber den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, auch auf ihrem Grundstück freier zu gestalten. Bäume und Lebensgefühl sind kein Widerspruch. Das werden wir zeigen. Da sind wir in Gesprächen.

In knapp acht Monaten wird gewählt, mit Ihnen bewerben sich weitere fünf Kandidaten um den Chefsessel im Rathaus. Warum sollten die Menschen Sie und keinen der anderen wählen?

Weil diese Stadt als Bürgermeister jemanden braucht, der eine Vorstellung davon hat, wohin diese Stadt sich entwickeln soll. Ich stehe für „CAS  |  ZusammenLeben“. Ich will mit den Menschen eine Stadt gestalten, die Platz für jeden Menschen bietet und für alle Lebenslagen Hilfe bietet. ZusammenLeben bedeutet, dass wir zum einen alle anstehenden Herausforderungen nur gemeinsam meistern können und zum anderen, dass in Castrop-Rauxel das Zusammenleben groß geschrieben wird.

Sie sind noch jung – Kritiker könnten sagen: zu jung.

Ich habe in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass ich Kommunalpolitik kann, gut vernetzt bin und Themen wie Stadtwerke umsetzen kann. Zu wissen, was die Menschen denken und einen kurzen Draht zu haben, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen. Beides bringe ich mit.

Ich kann die Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen, diese auf der politischen Ebene vorbereiten und mit der Verwaltung umsetzten. Darauf freue ich mich auch in der neuen Aufgabe.

Was die anderen Mitbewerber angeht, so soll sich jede_r sein eigenes Bild machen. Ich konzentriere mich auf das ZusammenLeben in Castrop-Rauxel.

Rajko Kravanja, danke für das Gespräch.

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